So lautete das Ergebnis nach einem Austausch mit dem derzeitigen Verwaltungschef im Hubertushof.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich viel bewegt. Dabei habe ich immer versucht, objektiv, sachlich und überparteilich zu sein“, betonte Schmalenbach das „faire Miteinander“ im Gemeinderat, in dem viele einstimmige Beschlüsse gefasst worden seien. 

Dass es den Menschen auch finanziell gut geht, lasse sich an einer Statistik erkennen: Bezogen auf das durchschnittliche Einkommen belegt Herscheid den 15. Platz aller NRW-Kommunen. Nicht nur das zeige die Attraktivität des Ortes: „Als Naturpark-Gemeinde mit günstiger Verkehrslage und einem guten Ehrenamt sind wir attraktiv.“ Doch große Herausforderungen würden warten: „Wir werden weniger und älter. Der Anteil der über 70-jährigen hat sich seit den 1980ern verdoppelt und alle Altersgruppen unter 50 Jahren sind geschrumpft“, beschrieb Schmalenbach eine Entwicklung, die jedoch nicht so „dramatisch“ ausfalle, wie 2009 befürchtet wurde. Damals ging eine Prognose von einem Bevölkerungsrückgang auf 6 390 Herscheider aus. Die Folgen des demographischen Wandels und der kleiner werdenden Einwohnerzahl (aktuell gut 7 000) sind dennoch spürbar: Ein Feuerwehrgerätehaus sowie die Hauptschule wurden geschlossen und die beiden Grundschulen werden zusammengelegt. „Dafür wird ein Seniorenzentrum nicht mehr reichen“, stellte der Verwaltungschef klar. Die medizinische Versorgung habe sich zwar verbessert; rund um den Alten Schulplatz sei eine Art „kleines Gesundheitszentrum“ entstanden. Doch zusätzliche Pflegeplätze seien dringend notwendig. Dazu befindet sich der Bürgermeister in Gesprächen mit Investoren. 

Luft nach oben gebe es auch im Bereich Freizeit und Tourismus. Um sich dabei zu verbessern, hat sich die Gemeinde der Region Oben an der Volme angeschlossen. In dieser Gemeinschaft arbeitet man bereits für die Regionale 2025 zusammen und möchte sich ebenso für das nächste Leader-Programm bewerben. Auch ein Freizeitbeauftragter kümmert sich nun um Herscheid. 

Finanziell sei die Ebbegemeinde auf einem guten Weg: Mittlerweile sei wieder der Schuldenstand von 2012 erreicht und für 2022 wird ein ausgeglichener Haushalt angestrebt. Nicht zuletzt eine Vielzahl von Fördermitteln habe die Kasse entlastet und etwa die Freibad-Sanierung ermöglicht. 

Vorangetrieben werden sollen ebenso der Breitbandausbau und die Digitalisierung im Rathaus, wo ab März die Online-Bezahlung von Gebühren für Bürger eingeführt wird. Mit Blick auf den Klimawandel sprach Schmalenbach von „dramatischen Veränderungen im Wald“. Daher gelte es, die Renaturierung von Bächen in den Fokus zu nehmen und sparsam mit Boden umzugehen.

All diese Projekte will Schmalenbach auch in den nächsten fünf Jahren als Bürgermeister begleiten: „Ich möchte meine Erfahrungen aus 32 Jahren im Rathaus weiterhin einbringen. Mir macht die Arbeit große Freude und ich bringe auch die Bereitschaft mit, neue Wege zu gehen“, sagte der Verwaltungschef. Aus den Reihen der UWG bekam er lobende Zustimmung und Rückendeckung. Ein wenig Kritik gab es dennoch: „In Hüinghausen fühlen wir uns abgehangen“, schilderte Peter Schauerte seinen Eindruck. Der Bürgermeister antwortete: „Im Ortskern haben wir viel erreicht. Im zweitgrößten Teil unserer Gemeinde Hüinghausen müssen wir uns mit den Bürgern Gedanken machen, wie etwa die Schule nach ihrer Schließung genutzt werden soll und auch das Thema Seniorenbetreuung muss da eine Rolle spielen.“